Wenn man an Golf in Asien denkt, kommen einem oft Bilder von exotischen Inseln oder geschäftigen Metropolen in den Sinn. Doch wer die wahre Seele des thailändischen Golfsports sucht, muss die Autobahn von Bangkok Richtung Süden nehmen, vorbei an den Salzfeldern und Kokosplantagen, bis er das Seebad Hua Hin erreicht.
Hua Hin ist anders. Es ist nicht so laut wie Pattaya und nicht so touristisch überlaufen wie Phuket. Es ist der Ort, an dem der thailändische Adel seit fast einem Jahrhundert seine Sommer verbringt. Und noch wichtiger: Es ist der Ort, an dem der Golfsport in Thailand geboren wurde. Wer eine Golfreise nach Thailand plant und dabei den Fokus auf sportliche Herausforderung, exzellente Platzpflege und eine authentische Atmosphäre legt, für den ist Hua Hin kein Geheimtipp, sondern ein Pflichttermin.
Historischer Boden: Der erste Abschlag des Königreichs
Die Geschichte des Golfsports in Thailand ist untrennbar mit dem Royal Hua Hin Golf Course verbunden. Eröffnet im Jahr 1924, war dies der erste Platz des Landes. Er liegt direkt hinter dem ikonischen Bahnhof der Stadt. Hier zu spielen, ist eine Zeitreise. Die Bäume sind alt und knorrig, die Fairways eng und von einer fast schon meditativen Ruhe umgeben – abgesehen von den neugierigen Affen, die gelegentlich von den Tempeln am Rand des Platzes herüberschauen.
Es ist vielleicht nicht der modernste Platz Asiens, aber er verlangt Respekt. Es gibt keine riesigen Auslaufzonen; Präzision ist gefragt. Es ist ein Platz für Puristen, die das Spiel in seiner ursprünglichen Form lieben und verstehen wollen, wo die thailändische Leidenschaft für diesen Sport ihren Ursprung hat.
Die modernen Giganten: Black Mountain und Pineapple Valley
Doch Hua Hin ruht sich nicht auf seiner Geschichte aus. In den letzten zwei Jahrzehnten sind hier Anlagen entstanden, die regelmäßig in den Top-Listen Asiens auftauchen und internationale Turniere ausrichten.
Das Aushängeschild der Region ist zweifellos der Black Mountain Golf Club. Eingebettet in ein Tal, umgeben von schwarzen Granitfelsen, ist dieser Platz eine physische und mentale Prüfung. Der Platz ist weitläufig und verlangt Länge vom Tee, aber die wahren Herausforderungen lauern rund um die Grüns. Die Ondulierungen sind komplex, das Gras (Paspalum) ist perfekt geschnitten, und das Wasser kommt an vielen Löchern ins Spiel. Black Mountain ist ein “Championship Course” im wahrsten Sinne des Wortes – fair, aber unnachgiebig. Wer hier sein Handicap spielt, hat es sich verdient.
Nicht weniger beeindruckend, aber mit einem ganz anderen Charakter, präsentiert sich der Pineapple Valley Golf Club Hua Hin (ehemals Banyan). Der Platz wurde so natürlich in die Landschaft integriert, dass man meint, er sei schon immer dort gewesen. Er bietet spektakuläre Ausblicke auf die burmesischen Berge im Westen und das Meer im Osten. Besonders bei Sonnenuntergang leuchtet der Platz in Farben, die man nie vergisst. Sportlich gesehen ist Pineapple Valley ein taktischer Platz. Die Bahnen sind oft doglegs, die strategisches Denken verlangen. Der Driver ist nicht immer die beste Wahl; hier gewinnt der Spieler, der den Platz lesen kann.
Die Caddie-Kultur: Ihr taktischer Vorteil
Ein Aspekt, der Golf in Thailand – und speziell in Hua Hin – so einzigartig macht, ist die Pflicht, mit einem Caddie zu spielen. Für viele europäische Golfer ist das zunächst ungewohnt. Man ist es gewohnt, sein Bag selbst zu tragen oder den Trolley zu ziehen. Doch lassen Sie sich darauf ein.
Die thailändischen Caddies sind in der Regel weiblich, extrem gut ausgebildet und verfügen über ein erstaunliches Verständnis für die Grüns. Sie sind nicht nur dazu da, den Schläger zu reichen oder den Ball zu putzen. Sie sind Ihr lokaler Guide auf dem Platz. Sie kennen den “Grain” (die Wuchsrichtung des Grases), der den Lauf des Balles massiv beeinflussen kann, und sie wissen genau, wo der Wind über die Hügel drückt.
Sehen Sie den Caddie als Teil Ihres sportlichen Teams. Wenn Sie lernen, ihrem Urteil zu vertrauen, werden Sie nicht nur besser scoren, sondern auch deutlich entspannter spielen. Bei den tropischen Temperaturen ist es zudem ein enormer physischer Vorteil, wenn man sich voll auf den Schwung konzentrieren kann, während jemand anderes sich um das Equipment kümmert.
Mehr als nur zwei Plätze: Die Tiefe des Angebots
Die Stärke von Hua Hin liegt in der Dichte der erstklassigen Plätze. Neben den großen Namen gibt es Anlagen wie Springfield Royal Country Club, entworfen von Jack Nicklaus. Wie bei fast allen Nicklaus-Designs muss man hier den Ball gut platzieren, um den vielen Bunkern zu entgehen. Oder Lake View, der mit seinen 36 Löchern verschiedene Schwierigkeitsgrade bietet und perfekt für einen Tag ist, an dem man 27 oder mehr Löcher spielen möchte.
Auch Sea Pines ist eine Erwähnung wert. Als einer der wenigen Plätze, die direkt am Meer liegen (betrieben vom Militär, aber öffentlich zugänglich), spielt hier der Wind eine entscheidende Rolle. Die letzten Löcher laufen direkt am Strand entlang – ein Links-Golf-Erlebnis auf thailändische Art.
Die Atmosphäre nach der Runde: Entspannt und Authentisch
Während Orte wie Pattaya für ihr wildes Nachtleben bekannt sind, ist Hua Hin deutlich gediegener, aber keineswegs langweilig. Nach der Runde trifft man sich nicht in Neon-Bars, sondern auf dem berühmten Nachtmarkt oder in den exzellenten Fischrestaurants, die auf Pfählen ins Meer gebaut sind.
Die Atmosphäre ist familiär und entspannt. Man sieht viele Golfer, die abends bei einem kalten Singha-Bier und frischen Meeresfrüchten ihre Scorekarten vergleichen. Es ist dieser Mix aus sportlichem Anspruch tagsüber und relaxter thailändischer Lebensart abends, der Hua Hin so attraktiv für Wiederholungstäter macht. Die Stadt hat ihren Charakter als Fischerdorf nie ganz verloren, trotz der modernen Infrastruktur.
Logistik und Reisezeit
Hua Hin liegt etwa 2,5 bis 3 Stunden Fahrt südwestlich von Bangkok. Der Transfer ist unkompliziert und führt über gut ausgebaute Straßen.
Klimatisch gesehen ist Hua Hin einer der trockensten Orte in Thailand. Die beste Reisezeit für Golfer ist von November bis Februar/März. In dieser “kühlen” Jahreszeit liegen die Temperaturen angenehm bei knapp unter 30 Grad, und es weht oft eine erfrischende Brise vom Meer. Aber auch in der “Green Season” (den Sommermonaten) ist Golf gut spielbar, da die Regenschauer meist kurz und heftig sind und die Plätze dank exzellenter Drainage schnell wieder trocknen.
Fazit: Ein Ziel für echte Golfer
Hua Hin ist kein Ort für Leute, die Golf nur als Nebensache betrachten. Es ist eine Destination für Spieler, die die Vielfalt des Platzdesigns schätzen, die Herausforderung suchen und eine tiefe Wertschätzung für die Tradition des Spiels haben. Es ist authentisch, es ist fordernd, und es bietet ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das weltweit seinesgleichen sucht.
Bei TEMA Golf kennen wir die Eigenheiten jedes Fairways in Hua Hin. Wir wissen, wann welcher Platz in Top-Zustand ist und organisieren Ihre Reise so, dass Sie sich nur auf eines konzentrieren müssen: Ihren Schwung. Entdecken Sie das königliche Seebad und erleben Sie Golf, wie es sein sollte.